Kritik am deutschen Bildungssystem

Die Probleme des Bildungssystems in Deutschland werden immer mehr offensichtlich. Nicht nur Schüler selbst, auch Eltern, Lehrer und künftige Arbeitgeber bemängeln das alte eingefahrene System, das den Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht wird. Doch statt grundlegender Reformen wird nur an kleinen Stellschrauben hin- und hergedreht. Eine weitreichende Veränderung isImage result for Kritik am deutschen Bildungssystemt so nicht zu erwarten.

Kritik am Inhalt

Starre Lehrpläne, die auf Wissen und rein kognitive Fähigkeiten setzen, sind ein Teil des Problems. Kaum ein Erwachsener kann auch nur 25 % dessen wiedergeben, was er in der Schulzeit gelernt hat. Den Schülern geht es nicht besser. Verschiedene Fächer in 45-Minuten-Einheiten, manche zweimal, manche viermal in der Woche – da ist das Festigen von Wissen kaum möglich. Es wird gelehrt, was der Lehrplan vorschreibt. Nach der Prüfung ist das meiste dann wieder vergessen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Lernen sagen, dass Neugierde die ideale Grundlage für Verstehen und dauerhaftes Wissen ist. Sich Dinge selbst zu erarbeiten und mit bereits Bekanntem zu verknüpfen. So müsste Lernen aussehen. Die in der neuen Berufswelt so wichtigen Fertigkeiten wie soziale Kompetenz, Selbstorganisation und selbstständigem Erarbeiten neuer Inhalte, werden in der Unterrichtspraxis weitestgehend außen vorgelassen.

Kritik an der Institution

Obwohl Deutschland ein so reiches Land ist, hat es für seine wichtigste Ressource, die Ausbildung des Nachwuchses, nicht genügend Geld übrig. Das beginnt bei maroden Schulgebäuden, geht über mangelnde Klassen- und Fachzimmer bis hin zu akutem Lehrermangel. Immer mehr Unterricht fällt aus, weil es keine Lehrer gibt. An individuelle Förderung und einen sinnvollen Schüler-Lehrer-Schlüssel ist so nicht zu denken.

Das mündet darin, dass Deutschland in internationalen Vergleichen wie PISA weiterhin relativ schlecht abschneidet. Außerdem ist es das Land, in dem der schulische Erfolg besonders stark von der sozialen Herkunft abhängt. Jedes Kind sollte zum Beginn seiner Schullaufbahn dieselbe Chance auf einen guten Abschluss haben. Tatsächlich ist dem aber nicht so. So lange sich am Bildungssystem nicht grundlegend etwas ändert, wird das auch so bleiben.